Lustige Tricks für Jederhund

Jeder Hund kann eine Menge Tricks lernen. Wichtig ist nur, dass du und dein Vierbeiner immer mit Spaß an die Sache herangehen. Wenn dein Hund sich zum Beispiel nicht gerne rollt, zwinge ihn nicht dazu. Probiere es lieber mit einem anderen Trick. Tricks sollen deinem Hund immer Spaß machen!!!


Kriech oder Robben

Bei diesem Trick geht es darum, dass der Hund über den Boden kriecht. Er sollte dabei möglichst mit dem Bauch den Boden berühren.

1.Schritt:
Man braucht ein Leckerli oder Lieblingsspielzeug seines Hundes. Knie dich neben deinen Hund und lasse ihn "Platz" machen. Lege eine Hand auf seine Schulter. Ziehe nun langsam das Leckerli/Lieblingsspielzeug von ihm weg und sage "Kriech". Wenn er aufstehen und hinterherlaufen will, drücke ihn sanft nach unten und sage wieder "Kriech". Er wird nun schon ein wenig kriechen, weil er ja sein Leckerli haben will. Jetzt solltest du deinen Hund sofort loben. Wiederhole das so lange bis er ohne aufzustehen hinterher kriecht.

2.Schritt:
Wenn dein Hund den ersten Schritt schon ganz gut kann, kannst du dich nun vor den Hund setzen. Lasse ihn "Platz" machen und gehe zunächst nur 1-2 m (später kannst du den Abstand steigern) von ihm weg. Gebe ihm nun das Kommando "Kriech". Kommt dein Vierbeiner auch nur ein kleines Stück auf dich zugerobbt, solltest du ihn sofort loben. Falls er aber aufsteht, sagst du sofort Platz und wieder "Kriech". Lobe ihn, wenn er kriecht. Wenn du merkst, das dein Hund diesen Schritt noch nicht so gut begreift, gehe wieder zu Schritt 1 über und wiederhole diesen.


Rolle

Hier geht es darum, dass der Hund sich rollt.

Und so geht's:
Lasse deinen Hund "Platz" machen. Knie dich vor ihn und nehme ein Leckerli in die rechte Hand. Nun führst du das Leckerli in die Richtung in die er sich rollen soll über seinen Rücken hinweg. Am besten hilfst du ein bißchen nach, indem du sanft weiterrollst. Das ist meistens nötig, da der Hund zu Anfang nicht genug Anschwung nimmt. Lobe ihn sobald er sich gerollt hat. Übe das solange, bis dein Hund sich auf bloßes Handzeichen und/oder Kommando rollt.


Durch den Arm springen

Für diesen Trick braucht man eine(n) Helfer(in) und Leckerchen.

Der Helfer nimmt den Hund an die Leine. Du kniest dich auf den Boden und formst deine Arme zu einem Reifen. Nun setzt der Helfer den Hund auf die eine Seite (so dass du ihn durch deine Arme sehen kannst), zieht die Leine durch den „Reifen“ und geht auf die andere Seite. Dann nimmt dein Helfer Leckerchen/ Spielzeug in die Hand. Nun sagst du „Hopp“ und der Helfer zupft leicht an der Leine oder lockt den Hund. Wenn dein Hund durch deine Arme springt, erhält er sein Leckerchen/ Spielzeug und wird überschwenglich gelobt. Sobald dein Vierbeiner das gut kann, kannst du anfangen alleine zu üben. Lege das Leckerchen/ Spielzeug auf die eine Seite und setze deinen Hund auf die andere. Nun sagst du „Hopp“ und lässt den Hund durch deine Arme springen. Die Belohnung wartet ja auf der anderen Seite. Wenn dein Hund das beherrscht, kannst du allmählich die Höhe steigern und das Leckerchen nicht mehr auf den Boden legen, sondern es ihm hinterher selbst geben.
ACHTUNG: Bitte nehme das Leckerchen nie schon vorher in die Hand, lege es lieber auf einen Tisch oder so. Sonst schnuppert dein Hund bloß an deiner Hand und springt nicht.


Pfötchen geben

Lasse deinen Hund vor dir „Sitz“ machen. Dann kniest du dich vor ihn und nimmst ein Leckerli in die linke Hand. Halte es vor den Kopf deines Hundes. Dann nimmst du mit der rechten Hand seine linke Pfote und sagst „gib Pfötchen“. Gebe ihm das Leckerli und lobe ihn. Irgendwann wird dein Vierbeiner anfangen von alleine die Pfote zu heben. Dann musst du ihn sofort loben, auch wenn es nur ein Zentimeter war! Mit der Zeit bekommt er Übung im Pfote-Heben und hebt sie auch höher. Wenn du willst, dass dein Hund sie noch höher hebt, musst du ihn immer belohnen, wenn er sie besonders hoch hebt.


Männchen machen

Man lässt den Hund vor sich "Sitz" machen, am besten sogar vor einer Wand. Dann führt man das Leckerli, das man schon in seiner Hand hält, über den Kopf des Hundes. Aber auf keinen Fall zu hoch,denn sonst wird er dazu verleitet aufzustehen. Der Hund wird dann probieren sich ein wenig aufzurichten um an das Leckerli zu kommen. Dabei sagt man das Kommando "Mach Männchen" oder einfach nur"Männchen"oder ein ganz anderes Kommando. Die Wand im Hintergrund ist sehr hilfreich,da der Hund dann nicht aufstehen kann um ein Stück zurückzugehen und außerdem wird er so auch gezwungen auf seinem Hintern sitzen zu bleiben. Wenn der Hund nämlich nicht mehr auf seinem Hintern sitzt ist es kein "Männchen machen" mehr.


Slalom durch die Beine

Du gehst in Schrittstellung, den Hund neben dich, nimmst ein Leckerchen, Spielzeug, oder was er gerne mag und hälst es erstmal auf Knöchelhöhe zwischen deine Beine. Dann ziehst du das Leckerchen langsam durch deine Beine durch und der Hund wird dir folgen. Währenddessen sagst du "durch" (oder ein anderes Kommando). Dann gehst du einen Schritt vorwärts und wiederholst den Vorgang...immer so weiter, bis der Hund es verstanden hat und slalom läuft. Irgendwann kannst du das Leckerchen auch höher nehmen und nach einiger Zeit ganz weglassen.


Pack!

Bei diesem Trick soll der Hund verschiedene Dinge mit der Pfote berühren oder sogar umstoßen. Hinterher kannst Du deinem Hund damit sogar beibringen Türen zu schließen oder auch, auf eine andere Art und Weise wie oben beschrieben, Pfötchen zu geben.
Mein Hund Jonny lernte es ganz zufällig: Eines Samstags auf dem Hundeplatz wollte ich meiner Freundin Nadine zeigen, wie Jonny "Touch" (berühren eines Stabes mit der Nase, mit Clicker beigebracht) ausführt. Leider war jedoch kein sogenannter Targetstick zur Verfügung und so nahmen wir eine leere Limoflasche. Jonny sah die Flasche an und ich sagte "Touch". Er rannte hin, berührte sie erst mit der Nase, dann warf er sie mit der Pfote um. Da ich das so lustig fand, bestärkte ich nun dieses Verhalten, indem ich auf die Flasche zeigte und Jonny ermunterte, das eben gezeigte Verhalten zu wiederholen. Er tat es auch immer wieder und mit jeder Bestärkung von mir wurde er sicherer. Bei der zweiten Trainingseinheit (am Abend Zuhause) sagte ich nun immer, wenn Jonny die Flasche gerade mit der Pfote berührte, "Pack". Nach ein bis zwei Tagen war das Signalwort soweit gefestigt, dass ich nicht nur Limoflaschen verwenden konnte, sondern auch andere Sachen.


So ähnlich kannst Du "Pack", oder ein anderes Signalwort deiner Wahl, auch deinen Hund beibringen. Stelle einfach etwas für den Hund Interessantes und Umwerfbares in den Raum. Mache ihn darauf aufmerksam und warte was geschieht. Wenn er den Gegenstand zufällig mit der Pfote berührt, lobe ihn überschwenglich und auch ein Leckerli kann nicht schaden. Dann gehe so vor wie ich es oben bei Jonny beschrieben habe. Falls dein Vierbeiner sich zunächst gar nicht für den Gegenstand interessiert, ihn vielleicht nur anschaut, lobe ihn halt erstmal nur für das kurze Anschauen. Steigere die Anforderungen dann immer weiter bis er schließlich hinläuft und ihn ein bisschen beschnuppert. Wenn er das tut gibt es eine große Belohnung. Wahrscheinlich wird er nun neugierig und probiert mehr mit dem Gegenstand. Berührt er ihn ein wenig mit der Pfote, gebe im die vier bis fünffache Menge der Leckerlis, die Du ihm die ganze Zeit über für das Anschauen gegeben hast (da sollte es nur ein kleiner Happen sein). Man nennt diese besonders große Bestärkung "Jackpot". Forme das Verhalten nun immer weiter bis dein Hund den Gegenstand berührt. Dann bringe ihm das Signalwort so bei wie ich es oben bei Jonny getan habe.
Falls Du einer der vielen "Clicker-Infizierten" bist (ich gehöre auch dazu :-)), kannst Du diesen Trick auch mit dem Clicker erarbeiten.


Tür zu!

Was ist praktischer als ein Hund, der die Tür schließt? Du liegst bequem auf der Couch und dauernd öffnet jemand die Tür. Nun kannst Du einfach "Tür zu" o.ä. zu deinem Hund sagen und brauchst nicht selber aufstehen. So bringst Du es bei:
Als erstes bringst Du deinem Hund das Signalwort "Pack" wie oben beschrieben bei. Wenn er das kann, kannst Du beginnen, auf die Tür zu zeigen und "Pack" zu sagen. Lobe ihn überschwenglich, wenn er die Tür berührt. Dann sagst Du jedesmal "Pack! Tür zu!", um ihn an das neue Signalwort zu gewöhnen. Bestehe nun darauf, dass er die Tür auch wirklich schließt und sie nicht nur leicht anstupst. Das erreichst Du, indem Du ihn erst belohnst, wenn die Tür angelehnt oder ganz geschlossen ist (je nachdem was Du willst). Nach einiger Zeit wird dein Hund auch auf "Tür zu" die Tür schließen. Nun kannst du beginnen, ihn von 1m Entfernung zur Tür zu schicken. Steigere die Entfernung kontinuierlich, bis du auf der Couch (oder woanders) sitzen oder liegen kannst und dein Hund die Tür schließt.


Touch

"Touch" ist eine sehr praktische Übung, da sie als Grundlage für viele andere Tricks und Übungen zu gebrauchen ist.
"Touch" bedeutet, dass der Hund verschiedene Dinge mit der Nase berühren kann. Dazu kann man einen Zeigestab, eine Fliegenklatsche oder auch einfach den Finger nehmen. Als Beispiel nehmen wir einfach mal einen Zeigestab (auch Targetstick (engl. Zielstab) genannt).
Lege dir Leckerchen bereit, aber nehme diese nicht in die Hand. Nun hältst Du den Targetstick auf Höhe der Nase deines Hundes. Schaut er hin, sagst Du sofort dein Belohnungswort ("Fein" oder "Gut") und gibst ihm ein Leckerli. Beim nächsten Versuch läuft dein Vierbeiner vielleicht ein Stück auf den Stab zu. Belohne ihn sofort überschwenglich. Mit der Zeit wird er merken, dass die Belohnungen etwas mit dem Stab zutun haben. Vielleicht wird er auch daran schnuppern. Das ist super, denn genau das soll er hinterher tun: den Stab mit der Nase berühren. Nun belohnst Du ihn immer, wenn er den Stab mit der Nase berührt. Wenn dein Hund dies gut beherrscht, kannst Du das Kommando einführen. Jedesmal wenn dein Hund auf den Stab zuläuft und ihn gerade berühren will, sagst Du "Touch", dann belohnst Du ihn. Er wird nun nur noch belohnt, wenn er auf das Wort "Touch" hin den Targetstick berührt. Wenn dein Hund dies alles beherrscht, kannst Du den Stab auch weiter von dir weg halten oder ihm beibringen andere Dinge mit der Nase zu berühren. Du kannst ihn auch lehren, hinter dem Stab herzulaufen. Er soll am Ende dieser Übung aber immer den Stab berühren, da er sonst dazu verleitet wird, dem Stab sehr langsam zu folgen.


Give me five

Diese Übung lässt sich aus dem Pfötchen geben entwickeln. Nun hältst Du die Hand nicht mehr waagerecht, sondern senkrecht. Gebe deinem Hund das Kommando "Gib Pfötchen" (oder das von dir gewählte Wort für diese Aktion). Hebt er nun die Pfote, wahrscheinlich ist er noch ein wenig verunsichert, lobst Du ihn. Später wird er merken, dass er einfach deine Hand berühren soll, egal ob diese nur senkrecht oder waagerecht zu ihm steht. Ab diesem Zeitpunkt kannst Du das Kommando "Gib Pfötchen" weglassen und dein neues Kommando einführen ("Give me five" o.ä.). Du kannst deinem Hund nun auch noch beibringen, alle zehn zu geben indem Du ihm beide Hände hinhältst.


Turn oder Twist

Bei dieser Übung soll der Hund sich entweder links oder rechts herum um seine eigene Achse drehen. Am besten bringst Du deinem Hund vorher "Touch" bei. Nehme den Stab oder einfach deinen Finger und halte ihn vor die Nase deines Hundes. Nun sagst Du "Touch" und führst den Finger/ Stab leicht nach links bzw. rechts neben deinen Hund. Er wird dabei leicht den Kopf drehen. Lobe ihn, denn er hat den ersten Schritt getan. Nun beginnst Du, ihn erst immer später zu belohnen bis er sich am Ende einmal um die eigene Achse gedreht hat. Nun kannst Du das Kommando einführen. Bedenke, dass Du für jede Seite ein anderes Kommando hast. Zum Beispiel für eine Linksdrehung "Twist" und für die Rechtsdrehung "Turn".


Steppen

Diese Übung kommt aus dem Dog Dancing. Du stehst deinem Hund gegenüber, er sitzt. Nun hebst Du dein linkes Bein und er sein rechts und umgekehrt. Ihr könnt also zusammen auf der Stelle marschieren. Für diese Übung solltest Du deinem Hund das Pfötchen geben auf Kommando und mit beiden Pfoten beigebracht haben. Stelle dich gegenüber von deinem Hund auf und lasse ihn sitzen. Nun hebst Du dein linkes Bein und sagst "Pfötchen". Wahrscheinlich wird er sich an deinem Bein orientieren und die richtige Pfote ein Stück heben. Lobe ihn sofort! Nun wiederhole das gleiche mit dem anderen Bein.
Wenn dein Hund es auf diesem Wege nicht lernt oder Pfötchen nur auf Handzeichen geben kann, kannst Du zu Beginn auch die Hand auf deinen Fuß legen. So kann er sich an ihr orientieren. Wenn er dies verstanden hat, kannst Du die Hand irgendwann wieder wegnehmen.
Mit der Zeit verlangst Du immer mehr einzelne Schritte für eine Belohnung.