Emma


  • Karthäuser-Mix
  • silbergrau
  • geb. 03.07.2003
  • in Marburg
  • seit August 2003 bei uns
  • TASSO-Kenn-Nr.: 1.896.924
  • Tätowierung rechtes Ohr: 24932
  • Tätowierung linkes Ohr: 56072
  • Geschlecht: weiblich/kastriert

 

Emma ist ausgezogen :-(

Unsere Katze Emma ist zu Hause ausgezogen.

Sie wohnt jetzt irgendwo in der Nachbarschaft - mal hier und mal dort.

Manchmal sehe ich sie wochenlang gar nicht und dann ein paar Tage hintereinander, wenn sie dann morgens mit Sugar, Gismo und mir den Morgenspaziergang macht.

Ich freue mich dann, wenn ich sie sehe und weiß, dass es ihr irgendwie gut geht. Sie bringt uns dann bis zur Haustür - frisst ein wenig und geht dann wieder.


Emma war schon immer eine Katze, die sich in der Wohnung unwohl fühlte. Ihre Welt ist die Freiheit.

Sie wuchs mit Lili und Sugar auf und geht schon seit jeher mit Sugar und mir zum ersten Spaziergang morgens um 5.45 Uhr. Und manchmal ging sie dann auch am mittag mit uns mit, was nicht wirklich toll war, denn die Mittagsrunde führte uns hin- und wieder über eine Straße. Aber das störte Emma nicht. Sie lief hinter uns her, egal, wie weit wir gingen.

Einmal kam uns ein anderer Hund entgegen und Emma flüchtete - und war über eine Woche weg. Damals dachten wir, man hätte sie überfahren. Um so größer war unsere Freude, als sie dann wieder morgens vor der Tür saß und mit uns den morgendlichen Spaziergang absolvierte.

Es war immer das gleiche Ritual - spazieren, fressen, schlafen, raus.

In der Wohnung kann man Emma nicht anfassen. Dann schreit sie, als hätte sie Schmerzen. Draußen liegt sie mitten auf der Straße - lässt sich von den Schulkindern streicheln. Jeder kennt sie irgendwie...

Emma und Lili waren nie besonders gute Freunde. Da gab es schon mal den ein oder anderen Stress. Unsere Lili ist im Gegenteil zu Emma die absolute Hauskatze. Sie geht allerhöchstens mal einmal ums Haus, um dann ganz schnell wieder in ihre Wohnung zu kommen.

Ich dachte eine zeitlang, Emma hätte sich entschieden zu gehen, als dann unser kleiner Gismo hinzukam... So ganau kann ich das aber auch nicht sagen. Es sind wohl nicht die Hunde, die sie veranlasst haben zu gehen, sonst würde sie morgens nicht mehr mit spazieren gehen. Im Gegenteil - Sugar und Emma begrüßen sich mit Nasenstupser und Gismo weiß, dass er nicht so ungestüm auf Emma zugehen darf - woran er sich auch erstaunlicherweise hält.
Heute weiß ich, dass sie uns "weg gefüttert" wurde.
Ich kann Emma nicht zwingen, wieder bei uns "einzuziehen", obwohl wir uns alle sehr darüber freuen würden. Wichtig ist mir, dass es ihr gut geht.

Seit ein paar Tagen trägt sie ein Flohhalsband. Auf Nachfragen in der Nachbarschaft weiß ich nun, wo und bei wem sie sich durchschlägt....

...bzw. wo sie gefüttert wird...

Ich weiß, dass sich die Leute nichts dabei denken, wenn sie anfangen, fremde Katzen zu füttern. Leider passiert dies immer wieder.

Das macht es allerdings nicht einfacher bei einer Katze wie Emma.

Ich kann sie wie gesagt nicht zwingen, wieder nach Hause zu kommen - aber sie wird immer hier ihren Platz haben - und sie wird immer "unsere Emma" bleiben.

Fortsetzung

Ein paar Wochen vor Weihnachten klingelte es an unserer Haustür. Als wir die Tür öffneten, standen „die neuen Dosenöffner“ von Emma vor unserer Tür. Sie baten uns, Ihnen den Impfausweis von Emma zu überlassen, da ja nun die Katze doch „überwiegend bei Ihnen leben würde“ und es ja dann folgerichtig nur fair wäre, wenn auch sie für evtl. Arztkosten der Katze aufkommen würden.

Ich glaube, wir waren in diesem Augenblick ein wenig überfordert mit der Situation und völlig baff.

Da es aber nunmal in der Tat so war, dass unsere Emma überhaupt nicht mehr nach Hause kam, ließen wir uns auf diesen „Deal“ ein. Widerwillig – aber vordergründig war und ist immer der Gedanke, dass es Emma gut gehen sollte.

Ich bat die Nachbarn aber darum, mich über evtl. Krankheiten „unserer Katze“ zu informieren. Ein kleiner Trost für mich war, dass ich Emma immer wieder mal sehen konnte.

Mit einem weinenden Auge übergaben wir den Impfausweis also an die Nachbarn – ein unbefriedigendes Gefühl blieb aber stets dabei.

Dann der Hammer!
Am Heiligabend 2010 sind die „neuen Besitzer“ von Emma mitsamt unserer Katze und Impfausweis im Gepäck in Richtung Bayern gezogen.

Ich konnte es nicht fassen und war unsagbar sauer. Das war schon ziemlich dreist. Jetzt konnte ich „meine Katze“ noch nicht einmal mehr sehen. Und die Sorge, dass man diese doch relativ „wilde“ Katze aus ihrer Umgebung reisst, in der sie nunmal 7 Jahre ihres Lebens aufgewachsen ist und gelebt hat gefiel mir nicht wirklich.

Was, wenn sie dort wegläuft? Sie würde doch niemals einen so weiten Weg bis nach Hause finden…

Ich war sehr wütend und besorgt. Jetzt hatten uns die „netten Nachbarn“ unsere Katze zum zweiten mal weggenommen, indem Sie sie einfach „weggezogen“ haben.

Beim ersten mal haben Sie unsere Emma „weg gefüttert“. Das ist einfach unverschämt.

Ich war erst einmal ratlos, was ich tun sollte, habe mir aber dann die Telefonnummer der Familie besorgt und nachdem ich mich dann etwas abgeregt hatte dort angerufen und meinen Unmut geäußert.

Ich habe mich sehr bemüht, relativ freundlich aber bestimmt diesen Leuten zu sagen, was ich davon halte, dass Sie einfach abhauen mit „unserer Katze“, ohne auch nur ein Wort zu sagen.

Zuerst einmal habe ich gefragt, ob Sie das schon wussten, als Sie bei uns saßen und um den Impfausweis baten.
Ich hätte das denn nämlich niemals zugelassen. Aber Sie versicherten mir, dass der Umzug relativ plötzlich gekommen sei aus beruflichen Gründen. Das macht es mir allerdings nicht leichter.

Die Argumentation, dass „unsere Emma“ deren Kinder so sehr ans Herz gewachsen sei und die Kinder so glücklich mit unserer Katze wären ist auch für meine Begriffe sehr einfach. Auch Kinder – egal wie groß oder klein sie sind, sollten frühzeitig lernen, dass man sich nicht einfach anderer Leute Eigentum aneignen kann.

Katzen gibt es in dieser Welt mehr als genug. Sie hätten wirklich nicht unserer Emma „wegfüttern“ müssen… Ausserdem haben sie sich einfach eine "fertige" Katze angeeignet, die bereits kastriert und tätowiert sowie diverse Impfungen hinter sich hat. Es wurde niemals auch nur einmal gefragt, ob wir für die Katze etwas bekommen...
Wir sind unsagbar traurig – wir, dass sind mein Mann und unsere beiden Kinder. Ja, auch wir haben Kinder, die zwar schon groß sind, aber die „unsere Emma“ einfach auch vermissen.

Ich hoffe, dass sich Emma dort wo sie jetzt ist wohlfühlt. Ich habe den Nachbarn gebeten, mir hin und wieder ein Bild „unserer Katze“ zu schicken, was er auch versprach.

Ich könnte jetzt noch viele meiner Gedanken niederschreiben, was mir aber meine Katze nicht wiederbringt.
Aber eines weiß ich ganz sicher – So etwas passiert mir kein zweites mal.

„Selbst die kleinste Katze ist ein Meisterwerk“ (Leonardo da Vinci)